Körperarbeit

Bioenergetik: Diese Körpermethode wende ich an, wenn der Klient über Verspannungen klagt oder seine Gefühle nicht gut wahrnehmen kann. Oder wenn in einem Körperbereich (Energiezentren, sogenannte Chakren) Blockaden zu spüren sind. Bei Blockaden verfügen wir oft über zuwenig Lebensenergie, haben Beklemmungen im Herzen oder sind allgemein lustlos. Mit der Bioenergetik fördert man ein länger andauerndes Vibrieren in verschiedenen Körperregionen. Dadurch können sich Verspannungen, Muskelpanzer und Gewebeverhärtungen lockern und lösen. An diese Verhärtungen und Panzer sind häufig alte schmerzhafte Erfahrungen gebunden, die gleichzeitig mit der Lockerung an die Oberfläche gelangen. Das intensive Zittern bzw. Vibrieren durch Bioenergetik befreit nicht nur von der Verspannung, sondern kann auch von den verdrängten aber dennoch festgehaltenen negativen Erfahrungen von damals befreien.

Körperarbeit: Hierbei geht es nicht um schwierige Körperhaltungen oder Gelenkigkeitsübungen, sondern um sanfte Asanas (Stellungen). Diese können helfen, neu erarbeitete Erlaubnisse oder veränderte Glaubenssätze in unserem Körper zu verankern. Mit Yoga verknüpfen wir also neue Einstellungen und Sichtweisen mit dem körperlichen Erleben, so dass das Erkannte und Nützliche innerlich gefestigt wird. Alle traumatischen Erlebnisse, die wir in Verbindung mit körperlichem Schmerz erfahren haben, scheinen unauslöschlich in unserem "Schmerzgedächtnis" gespeichert zu sein. Mit Yoga habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich über den Körper mit Spannung, Dehnung, Streckung und Entspannung diese negativen Prägungen langsam löschen, bzw. "überschreiben" lassen. Besonders dann, wenn die Asanas mit aufbauenden Affirmationen ergänzt werden.

Mit Yoga-Stellungen lassen sich auch sehr gut zwei ganz unterschiedliche Aspekte, die gleichzeitig in uns sind, sicht- und fühlbar machen. Z. B. Liebe und Hass, Mut und Versagensangst, Zweifel und Zuversicht, Nähe- und Distanzbedürfnis usw. Wenn wir diesen scheinbaren Widersprüchen in uns mit der Yoga-Methode Ausdruck verleihen, haben wir mehr Selbstgestaltungsmöglichkeit. Weil diese Art Yoga, welches ich anwende, in der Tiefe unseres Bewusstseins wirkt, nenne ich es Tiefenyoga.

Ein wichtiger Aspekt im Yoga ist die Aufmerksamkeit zu den sieben Energiezentren in uns, den Chakren. Durch praktische Übungen und rhythmische Prozesse kann hier wieder mehr Energie ungehindert fließen, so dass das Leben mehr Freude macht. Yoga lässt sich sinnvoll mit Bioenergetik verbinden und ergänzen.

Focusing: Hier geht es um das intensive Hineinspüren in den Körper, wenn der Klient seine Sorgen und Nöte mitteilt. Das besondere Interesse liegt dabei auf dem sogenannten "felt sense", eine Körperregion etwa um den Solarplexus. Der Klient wird ermutigt, an dieser Stelle mit seiner Aufmerksamkeit zu bleiben und vielleicht Worte, Bilder, Sätze entstehen zu lassen. Und welche Eigenschaften passen zu den Bildern? Typische Fragen im Focusing sind: "Was ist das schlimmste an diesem Gefühl?", "Was braucht es, damit es besser wird?", "Wie fühlte es sich an, wenn alles in Ordnung wäre?" Das Besondere des Focusing: der Körper weiß die Antwort! Mit anderen Worten, die Methode zielt darauf hin ab, alle Heilkräfte und Antworten über den Körper und damit in sich selbst zu finden.

Hakomi: Das Hauptanliegen der ebenfalls körperorientierten Hakomitherapie ist die Achtsamkeit. Mit Hilfe dieser Methode kann der Klienten beobachten, wie er seine Wirklichkeit organisiert und erkennen, wie er sie verändern kann. Ich gehe hierbei davon aus, dass sich im Körper Selbstkonzepte, Gefühle, Erwartungen, Hoffnungen usw. ausdrücken und ablesen lassen. Meine Aufgabe sehe ich darin, den Klienten durch kleine nuancierte Übungen in seinem inneren Gewahrsein zu unterstützen. Die damit verbundenen Entdeckungen können zu einem völlig neuen Lebensgefühl verhelfen. Die oft leidvolle Sicht auf die Dinge und Geschehnisse kann sich ebenfalls positiv verändern.

Bonding: Bonding heißt Bindung. Hier ist die körperliche Bindung gemeint. Es ist eine breit gefächerte Methode von sanftem in dem Arm halten, über intensiven Blickkontakt, bis hin zu einer Art Festhaltetherapie. Es ist eine wirkungsvolle Methode, um Übertragungen oder Projektionen aufzulösen oder um alte, schlimme Verletzungen zu heilen. Diese Arbeit ist allerdings oft eine große Herausforderung für den Klienten und man sollte bereit für diese Art körperlicher Grenzerfahrungen sein. Die daraus gewonnenen neuen inneren Lebenseinstellungen lassen sich wiederum mit Übungen aus dem Yoga manifestieren.

Schlussbemerkung: Bei allen Körperarbeiten ist für mich größte Achtsamkeit und Gewaltfreiheit das oberste Gebot. Alles geschieht freiwillig und es gibt immer eine Wahlfreiheit bis hin zum Stopp. Meistens gehen Übungen und Rituale aus verschiedenen Methoden ineinander über, ergänzen sich und haben eine synergetische Wirkung. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn jemand überhaupt nicht körperlich arbeiten möchte, sondern ausschließlich das Gespräch bevorzugt.